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Ratgeber Schimmel

Schimmel im Keller: Was tun, wie gefährlich ist er und wie kommt er nicht zurück?

Schimmel im Keller ist kein Schönheitsfehler, sondern ein Zeichen für zu viel Feuchtigkeit. Wer nur die Flecken entfernt, sieht ihn bald wieder. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie richtig vorgehen.

6 Min. Lesezeit Stand September 2026
Das Wichtigste in Kürze
  • Schimmel wächst, wo Oberflächen über Tage feucht sind. Die Feuchtequelle zu finden, ist wichtiger als das Entfernen.
  • Schimmelsporen können die Atemwege reizen, Allergien auslösen und Asthma verstärken.
  • Kleine, oberflächliche Flächen bis etwa einen halben Quadratmeter können Sie mit Schutzausrüstung selbst entfernen.
  • Grössere Flächen, Befall im Material oder starker Geruch gehören in die Hände eines Fachbetriebs.

Wie entsteht Schimmel im Keller?

Schimmelsporen sind überall in der Luft. Zum Wachsen brauchen sie vor allem eines: Feuchtigkeit. Im Keller treffen gleich mehrere Risikofaktoren aufeinander. Die Wände sind kühl, die Luft zirkuliert schlecht und oft steigt Feuchtigkeit aus dem Erdreich ins Mauerwerk.

Die häufigsten Ursachen:

  • Aufsteigende oder seitlich eindringende Feuchtigkeit im Mauerwerk
  • Kondenswasser durch Lüften bei warmer, feuchter Aussenluft
  • Dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit im Keller über 70 %
  • Möbel und Kartons direkt an kalten Aussenwänden
  • Wäschetrocknen ohne ausreichenden Luftaustausch

So erkennen Sie Schimmel im Keller

Nicht jeder Fleck ist Schimmel und nicht jeder Schimmel ist sichtbar. Typische Anzeichen sind:

  • Schwarze, grüne, graue oder weisse Flecken, oft in Ecken und hinter Möbeln
  • Ein muffiger, erdiger Geruch, auch ohne sichtbaren Befall
  • Stockflecken auf Kartons, Textilien oder Holz
  • Wiederkehrende Flecken an derselben Stelle

Ist Schimmel im Keller gefährlich?

Schimmelpilze geben Sporen und Stoffwechselprodukte an die Luft ab. Das Bundesamt für Gesundheit weist darauf hin, dass feuchte, verschimmelte Räume Atemwegsbeschwerden, Allergien und Asthma begünstigen können. Besonders empfindlich reagieren Kinder, ältere Menschen, Allergiker und Personen mit geschwächtem Immunsystem.

Im Keller kommt hinzu, dass Sporen über Treppenhaus und Schächte in die Wohnräume gelangen. Gleichzeitig greift der Schimmel die Bausubstanz an: Putz, Holz und eingelagerte Gegenstände nehmen Schaden. Wer viel Zeit im Keller verbringt, etwa in einem Hobbyraum, sollte Schimmel deshalb nicht hinnehmen.

Schimmel im Keller entfernen: Was Sie selbst tun können

Kleine, oberflächliche Flächen bis etwa einen halben Quadratmeter können Sie selbst entfernen. So gehen Sie vor:

  1. Schützen Sie sich mit einer Atemschutzmaske FFP2 oder FFP3, Handschuhen und Schutzbrille.
  2. Befeuchten Sie die Stelle leicht, damit beim Arbeiten keine Sporen aufgewirbelt werden.
  3. Behandeln Sie die Fläche mit 70-prozentigem Alkohol (Ethanol) und wischen Sie mit Einwegtüchern ab.
  4. Entsorgen Sie Tücher und befallene Kartons in einem verschlossenen Plastiksack.
  5. Lüften Sie anschliessend, sofern die Aussenluft kühl und trocken ist.

Verzichten Sie auf trockenes Abbürsten, das verteilt Sporen im ganzen Raum. Essig ist auf kalkhaltigem Putz ungeeignet, weil die Säure vom Kalk neutralisiert wird. Chlorhaltige Mittel bleichen den Befall nur und belasten die Raumluft.

Wann Sie einen Fachbetrieb brauchen

Holen Sie Fachleute bei:

  • Befall grösser als etwa ein halber Quadratmeter
  • Schimmel, der in Putz, Dämmung oder Holz eingedrungen ist
  • starkem Geruch ohne sichtbare Ursache
  • Schimmel, der nach dem Entfernen wiederkommt
  • gesundheitlichen Beschwerden im Haushalt

Grössere Befälle entfernt ein spezialisierter Fachbetrieb für Schimmelsanierung, mit dem wir zusammenarbeiten. Damit der Schimmel nicht wiederkommt, muss zusätzlich die Feuchtequelle weg. Genau dort setzen wir an.

Schimmel dauerhaft verhindern: die Ursache beheben

Schimmel kommt zurück, solange der Keller feucht bleibt. Die dauerhafte Lösung hängt davon ab, woher die Feuchtigkeit stammt:

  • Ist die Raumluft zu feucht, trocknet eine Taupunktlüftung die Kellerluft vollautomatisch. Sie lüftet nur, wenn die Aussenluft wirklich trockener ist.
  • Ist das Mauerwerk durchfeuchtet, hilft eine Mauertrocknung, die aufsteigende Feuchtigkeit stoppt.
  • Oft braucht es beides. Welche Kombination passt, zeigt eine Messung von Raumluft und Mauerwerk.

Welche Ursache bei Ihnen vorliegt, können Sie mit dem Folientest selbst eingrenzen. Die Anleitung finden Sie im Beitrag Feuchter Keller: Ursachen erkennen. Beispiele aus der Praxis zeigen unsere Referenzen.

Häufige Fragen

Fragen zu Schimmel im Keller

Kleine Flächen mit Schutzausrüstung und 70-prozentigem Alkohol entfernen, befallene Gegenstände entsorgen und die Ursache klären. Bei grösseren Flächen oder wiederkehrendem Befall einen Fachbetrieb beiziehen. Ohne trockenen Keller kommt der Schimmel zurück.

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