Zum Inhalt springen
Ratgeber Radon

Radon in der Schweiz: Radonkarte, Referenzwert und wie Sie richtig messen

Radon ist unsichtbar, geruchlos und nach dem Rauchen die wichtigste Ursache für Lungenkrebs in der Schweiz. Ob Ihr Haus betroffen ist, zeigt nur eine Messung. Hier erfahren Sie, wie Sie vorgehen.

7 Min. Lesezeit Stand September 2026
Das Wichtigste in Kürze
  • Radon verursacht in der Schweiz gemäss BAG jährlich 200 bis 300 Todesfälle durch Lungenkrebs.
  • Für Räume, in denen sich Personen regelmässig aufhalten, gilt ein Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter im Jahresmittel.
  • Die Radonkarte zeigt die Wahrscheinlichkeit einer Überschreitung, ersetzt aber keine Messung. Erhöhte Werte gibt es in allen Regionen.
  • Eine anerkannte Messung dauert mindestens 90 Tage während der Heizperiode von Oktober bis März.

Was ist Radon und wie gelangt es ins Haus?

Radon ist ein natürliches, radioaktives Edelgas. Es entsteht im Boden beim Zerfall von Uran, das in Gesteinen in der ganzen Schweiz vorkommt. Durch Risse, Fugen, Leitungsdurchführungen und Naturböden dringt es ins Gebäude ein.

Weil warme Raumluft im Haus aufsteigt, entsteht im Untergeschoss ein leichter Unterdruck. Er saugt Bodenluft regelrecht an. Deshalb sind die Werte im Keller und im Erdgeschoss meist am höchsten, besonders im Winter. Über Treppenhäuser und Schächte verteilt sich das Gas bis in die Wohnräume.

Wie gefährlich ist Radon?

Beim Zerfall von Radon entstehen radioaktive Folgeprodukte. Sie lagern sich beim Einatmen im Lungengewebe ab und bestrahlen es. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) beziffert die Folgen auf 200 bis 300 Todesfälle pro Jahr in der Schweiz. Radon ist damit nach dem Rauchen die wichtigste Ursache für Lungenkrebs.

Das Risiko steigt mit der Höhe der Belastung und mit der Zeit, die Sie in belasteten Räumen verbringen. Zwischen Belastung und Erkrankung können Jahre bis Jahrzehnte liegen. Wer raucht, hat ein zusätzlich erhöhtes Risiko.

Referenzwert und Schwellenwert in der Schweiz

Seit 2018 gilt in der Schweiz der Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m³). Er ersetzte den früheren Grenzwert von 1'000 Bq/m³ für Wohnräume. Wird der Referenzwert überschritten, muss der Gebäudeeigentümer die nötigen Sanierungsmassnahmen auf eigene Kosten einleiten. Die Fristen regelt die Wegleitung Radon des BAG, für den Vollzug sind die Kantone zuständig.

WertGilt fürBedeutung
300 Bq/m³Räume, in denen sich Personen regelmässig mehrere Stunden pro Tag aufhaltenReferenzwert gemäss Strahlenschutzverordnung, Jahresmittel
1'000 Bq/m³Radonexponierte ArbeitsplätzeSchwellenwert, ab dem die Strahlendosis der Mitarbeitenden ermittelt werden muss

Radonkarte Schweiz: Risikogebiete erkennen

Die Radonkarte des BAG zeigt für jede Region, wie wahrscheinlich eine Überschreitung des Referenzwerts in einem Gebäude ist. Sie finden sie unter radonkarte.ch. Zusammen mit dem Radon-Check des BAG erhalten Sie eine Einschätzung, wie dringend eine Messung in Ihrem Gebäude ist.

Als besonders belastet gelten Teile der Alpen und des Juras. Die Karte ist aber nur ein Anhaltspunkt. Ob Radon in ein Gebäude gelangt, hängt stark von der Bauweise ab: Naturböden, Risse in der Bodenplatte, offene Schächte oder ein unbeheizter Keller. Überschreitungen kommen in allen Regionen der Schweiz vor, auch im Mittelland.

Radon messen: So gehen Sie vor

Eine verlässliche Aussage liefert nur eine Messung. Es gibt zwei Arten:

Langzeitmessung mit Dosimetern: Kleine passive Messgeräte werden mindestens 90 Tage während der Heizperiode zwischen Oktober und März ausgelegt und danach im Labor ausgewertet. Für eine offiziell anerkannte Radonmessung braucht es eine vom BAG anerkannte Messstelle.

Kurzzeitmessung mit elektronischen Geräten: Zeitauflösende Messgeräte zeigen innert weniger Tage einen ersten Wert und den Verlauf über Tag und Nacht. Sie eignen sich zur raschen Einschätzung, etwa vor einem Hauskauf, oder zur Kontrolle nach einer Sanierung.

Tipps für eine aussagekräftige Messung:

  • Messen Sie in Räumen, in denen Sie sich oft aufhalten, und zusätzlich im Keller.
  • Platzieren Sie die Geräte nicht direkt am Fenster, an der Aussenwand oder neben der Heizung.
  • Verschieben Sie die Messgeräte während der Messung nicht.
  • Lüften und heizen Sie wie gewohnt.

Radon reduzieren: Lüftung statt Grosssanierung

Liegt der Wert über dem Referenzwert, gibt es mehrere Wege. Bauliche Massnahmen wie das Abdichten von Bodenplatte und Durchführungen oder eine Absaugung unter dem Gebäude sind wirksam, aber aufwendig.

Oft lässt sich die Belastung mit einer gezielten Radonlüftung senken. Sie führt radonhaltige Luft kontrolliert ins Freie ab und hält sie von den Wohnräumen fern. Eine solche Lüftung kostet in der Regel rund einen Viertel einer baulichen Radonsanierung und zeichnet die Werte laufend auf.

Wie das in der Praxis funktioniert, zeigt die Fallstudie Schulhaus Hitzkirch: Nach einem Jahr gab der Radonexperte die Schulräume als unbedenklich frei.

Häufige Fragen

Fragen zu Radon in der Schweiz

Jede Radonkonzentration bedeutet ein gewisses Risiko. Massgebend in der Schweiz ist der Referenzwert von 300 Bq/m³ im Jahresmittel für Räume, in denen sich Personen regelmässig mehrere Stunden pro Tag aufhalten. Wird er überschritten, muss saniert werden.

Sicherheit durch Messung

Radon im Keller? Starten Sie mit einer Messung

Wir messen die Radonbelastung in Ihrem Gebäude und zeigen, wie Sie sie wirksam senken, für gesunde Luft im ganzen Haus.

Antwort innerhalb von 24 Stunden · Kein Verkaufsdruck